Du schickst ein Kabel ab – und wir sagen nicht nur "wir verwerten es". Hier siehst du konkret: welche Maschinen, welche Trennstufen, welche Reinheitsgrade. Vom Wareneingang in Gronau bis zum Metallgranulat in der Hütte.
Jede Sendung passiert zuerst die Waage. Das ist kein bürokratischer Akt – das Gewicht ist die Grundlage für die gesamte Mengenbilanz und die spätere Materialzuordnung.
Ein Kilogramm Mischkabel enthält je nach Typ zwischen 200 g und 600 g Metall – der Rest ist PVC-, PE- oder XLPE-Isolierung. Nach dem Wiegen werden Kabel nach Typen vorsortiert: Starkstromkabel, Datenkabel, Koaxialkabel und Spezialkabel landen in separaten Chargen.
Ein Koaxialkabel hat einen Metallkern von nur 1–2 mm, ummantelt von Schirmgeflecht und Folie. Wird es mit 16 mm²-Starkstromkabel granuliert, richten sich Schnittgröße und Siebparameter am falschen Material aus – das Ergebnis sind Metallverluste im Abfall und schlechtere Ausbeute.
Dieser Punkt wird in der Branche oft verwischt. Ein Schredder zerkleinert Material. Eine Kabelgranulieranlage trennt Materialien. Das ist ein grundlegend anderer Prozess.
Der Kern des Verfahrens: mehrstufige mechanische Zerlegung, die physikalische Eigenschaften der Materialien nutzt – keine Chemie, keine Hitze, keine Qualitätsverluste.
Metall aus Erz zu gewinnen ist energieintensiv. Sekundärmetall aus der Granulierung schlägt Primärproduktion in fast jeder Kategorie – hier sind die Zahlen.
Metall ist theoretisch unbegrenzt rezyklierbar ohne Qualitätsverlust. Aus deinem alten NYM-Kabel kann in 6 Wochen ein neues Starkstromkabel werden – mit identischen elektrischen Eigenschaften wie Metall aus Primärerzen.
Ein E-Fahrzeug enthält ca. 80 kg Metall, eine Windkraftanlage 3–4 Tonnen pro MW. Deutschland ist auf Metallimporte angewiesen – hochreines Metallgranulat aus dem Inland ist ein echter Versorgungsbeitrag, nicht nur ein Umweltargument.
Ältere Kabel (Baujahr vor ca. 1990) können Blei als Schutzmantel haben. Diese Chargen werden gesondert behandelt und nicht in die Standardgranulierung gegeben, da Blei in der Schmelze zu Qualitätsverlusten führt. Bitte bei Verdacht kurz kennzeichnen oder anfragen – kostenlos.
Die wichtigsten Begriffe aus dem Kabelrecycling, die du in Verwertungsnachweisen und Behördendokumenten findest.
Einfach einpacken, frankieren und absenden. Kein Anmelden, kein Warten – direkt an unsere Adresse.
Paketschein online erstellen – deinen Versanddienstleister wählen:
Besichtigungstouren bieten wir aus versicherungs- und sicherheitstechnischen Gründen nicht an. Was wir stattdessen anbieten: diese Seite. Und auf Anfrage Verwertungsnachweise nach §22 KrWG sowie kreislaufwirtschaftsrechtliche Dokumentation für Gewerbetreibende.
Unbekannte Kabel kommen in die allgemeine Mischkabel-Charge. Lediglich Kabel mit offensichtlichem Bleimantel (grau-schwerer Mantel, Baujahr vor 1990) solltest du separat kennzeichnen oder kurz anfragen – die gesonderte Behandlung ist kostenlos und verhindert Verunreinigungen in der Hauptcharge.
Ja. Für Gewerbetreibende stellen wir auf Anfrage einen Verwertungsnachweis gemäß §22 KrWG aus. Der Nachweis dokumentiert Menge, Materialart und Verwertungsweg – ausreichend für steuerliche Dokumentation und betriebsinterne ESG-Berichte.
Wareneingang und Vorsortierung erfolgen innerhalb von 1–3 Werktagen nach Paketankunft. Die Granulierung läuft chargenweise – je nach Aufkommen 1–2 Wochen nach Eingang. Von deiner Sendung bis zum Metallgranulat in der Hütte vergehen typisch 3–5 Wochen.
Ja – bis auf wenige Ausnahmen. PVC und PE gehen als Regranulat weiter, Aluminium wird separat verwertet, Stahlarmierungen gehen an die Stahlverwertung. Lediglich stark schadstoffbelastete Altmaterialien (z. B. cadmiumhaltiges DDR-PVC) werden thermisch mit Energierückgewinnung verwertet, da Kontaminationen im Regranulat nicht tolerierbar sind.
Alles willkommen. Auch wenn der Metallanteil bei Kleingeräte-Kabeln gering ist – jedes Gramm Metall, das recycelt statt verbrannt wird, schließt den Kreislauf. Einfach mit in den Karton.